Joy Divison – Unknown Pleasures | Das Große Ganze

Vielleicht ist es das Album, das jeder schon einmal gesehen, aber vielleicht nicht jeder schon einmal gehört hat: Unknown Pleasures, das Debütalbum von Joy Division, erschienen vor 40 Jahren. Keine zwölf Monate später nimmt sich Sänger Ian Curtis das Leben, im Zusammenspiel mit dem düsteren Sound zwischen Punk und Goth bietet das genug Stoff für eine der legendärsten Rocknarrative. Und dann ist da ja noch das Cover, eine Geschichte für sich.

Daniel Koch und Melanie Gollin erzählen sie euch und finden raus, ob die Musik tatsächlich mit dem Hype mithalten kann in Das große Ganze.
 

Dirty Projectors – Bitte Orca | Das Große Ganze

Die New Yorker Musikszene im Jahr 2009 war bestimmt von Bands, die Musik als theoretischen Spielplatz ansahen – weniger Melodien, mehr Experimente. Zur Speerspitze gehören damals Animal Collective, Grizzly Bear und Dirty Projectors. Deren sechstes Album Bitte Orca verhilft ihnen zu einem breiteren Publikum, vor allem, weil es eine intuitive Schönheit besitzt, die den Hörer*innen irgendwie mit seiner inneren Natur verbindet. Wie die Platte gealtert ist, was Friedrisch Nietzsche damit zu tun hat und bei welchem der Songs Daniel Koch Kopfschmerzen kriegt: Das klären wir diese Woche in Das große Ganze.

Nick Drake – Five Leaves Left | Das Große Ganze

Wer an Nick Drake denkt, denkt an ein düsteres Schicksal: ein jungverstorbener Songwriter, natürlich verkannt und zu Lebzeiten nicht gebührend gewürdigt. Die Legende des depressiven Genies überschattet alles, Melanie Gollin und Daniel Koch wollen Five Leaves Left, das Debütalbum des Briten, das vor 50 Jahren erschien, aber mal mit anderen Ohren hören.

Le Tigre – Le Tigre | Das Große Ganze

Könnt ihr den Aerobicon tanzen? Nein? Daniel und Melanie zeigen euch diese Woche wie der geht, denn es war der offizielle Tanz zum Überhit „Deceptacon“ von Le Tigre. Deren Debütalbum ist vor fast genau 20 Jahren erschienen, es verband den Sound der Vergangenheit mit den Statements der Zukunft. Doo-Woop und New Wave treffen 1999 auf queer-feministische Texte.

Gossip – Music For Men | Das Große Ganze

Schon seit 2005 steht Beth Ditto hoch im Kurs. Die „fette Lesbe aus Arkansas“, wie sie sich selbst bezeichnet, ist dank ihrer es unerschrockenen Auftretens beliebt bei Promis und Presse, schreibt ihre eigenen Ratgeberkomlumnen und hängt mit Karl Lagerfeld und Kate Moss ab. Von ihrer Band oder ihrer Musik spricht man eher selten, als muss ein Album her, das den Unwissenden die geballte Power von Gossip um die Ohren haut. Mit Music For Men ist dem US-amerikanischen Trio genau das gelungen – vor allem in Deutschland brach 2009 eine regelrechte Gossip-Manie aus.

The Cure – Disintegration | Das Große Ganze

Wer The Cure hört, denkt automatisch an melancholische Klänge und das Genre Goth Rock, dem die Band mit Veröffentlichung ihrer ersten beiden Alben zweifelsohne zugeordnet werden konnte. Nach einigen poppigeren Platten und damit einhergehender Popularität, besann sich das Quintett auf ihre Anfänge und schrieb Disintegration, ein Album, das wieder deutlich mehr Introspektion und Ruhe an den Tag legte.

Neneh Cherry – Raw Like Sushi | Das Große Ganze

Schon mit 14 teilt sich Neneh Cherry eine WG in London mit Mitgliedern der dortigen Punkszene, später ist sie maßgeblich an der Entstehung des Debütalbums von Massive Attack beteiligt. Musik war einfach immer das Ding für die gebürtige Schwedin. Vor 30 Jahren erschien ihr Debütalbum Raw Like Sushi. Der Sound zwischen HipHop, Pop und Dance. Die Themen: Frau sein und soziale Konstrukte. Bis heute ist Cherry eine wichtige poppolitische Stimme.

Ob ihr erstes Album da mithalten kann, damit beschäftigen sich Melanie Gollin und Daniel Koch diese Woche und hören ihr Debütalbum komplett durch.

Phoenix – Wolfgang Amadeus Phoenix | Das Große Ganze

Nicht im Jahr 1901, sondern 2009 veröffentlichten Phoenix ihr erfolgreichstes Album. Wolfgang Amadeus Phoenix hat den vormaligen Indiegeheimtipp aus Frankreich vor allem in den USA bekannt gemacht, wo die Platte damals den Grammy als Best Alternative Record gewann. Aber wen haut dieser fluffige French Rock zehn Jahre später noch vom Hocker? Um das herauszufinden, hören Melanie Gollin und Daniel Koch noch mal rein und spielen euch die Platte in voller Länge vor.

Weezer – Weezer (The Blue Album) | Das Große Ganze

Die Mischung aus Metal, College Rock und den Beach Boys war wirklich nichts, was Plattenlabel im Jahr 1994 groß interessiert hat. Weezer bekommen ein Jahr zuvor zwar einen Plattenvertrag, Geffen, ihr Label, will aber keine riesigen Summen investieren, die Platte soll sich lieber über Mundpropaganda verbreiten. Doch dann kam die erste Single und das dazugehörige Video: Buddy Holly lief heiß, das titellose Debüt von Weezer, im Volksmund nur ‚das blaue Album‘ genannt, verkauft sich bis zum Platinstatus. Die blassen, schüchternen Jungs dieser Welt hatten endlich eine Band, zu der sie aufschauen konnten! Mit 25 Jahren Abstand findet sich aber doch der ein oder andere Cringe-Moment in den zehn Songs. Daniel Koch und Melanie Gollin gehen der Sache auf den Grund und hören das Album in voller Länge.

Pixies – Doolittle | Das Große Ganze

Dass Grunge klang wie er klang, das wird meistens einer ganz bestimmten Band in die Schuhe geschoben: den Pixies. Deren erste zwei Alben Surfer Rosa und Doolittle erfanden die genredefinierende Laut-leise-Dynamik mit krachigen Gitarren, die trotzdem in zuckersüße Melodien getränkt waren. Besonders Doolitte aus dem Jahr 1989 macht diesen Handwerkstrick sichtbar. Daniel Koch und Melanie Gollin gucken noch mal mit der Lupe auf die vermeintlich schunkeligen Krachsongs, die eigentlich ununterbrochen in düstere Abgründe blicken.